Die Abteilung für
Deutsche Sprache und Kultur ist eine vier
Abteilungen der Fremdsprachenfakultät der Dokkyo
Universität in Soka, unmittelbar bei der Metropole Tokyo.
Die deutsche Abteilung hat eine sehr lange Tradition in
Japan und steht in der Nachfolge der „Vereinsschule für
deutsche Wissenschaften“, einer Deutschschule, die schon vor über 120 Jahren, 1883
gegründet wurde, und viele namhafte japanische Juristen
und Mediziner hervorgebracht hat. Daraus leitet sich das
erste Zeichen im Namen Dokkyo ab, das 獨, das für „deutsch“
steht.
1964 wurde dann von dem bekannten Kant-Spezialisten und
-übersetzer Dr. Teiyu Amano, der in Kyoto und Heidelberg
studierte, die jetzige Dokkyo Universität gegründet. Diese
hat vier Fakultäten, die für Fremdsprachen, für Jura (Law
School), Wirtschaft und „Liberal Arts“. Die Universität ist
in den Dokkyo Gakuen (Dokkyo Dachverband) eingebunden,
dieser wiederum ist ein Zusammenschluss von zwei
Universitäten und einer Medizinischen Hochschule und von
zwei Gymnasien.
Die Abteilung für Deutsche Sprache und Kultur ist eine der
größten Abteilungen für Deutsch in Japan und umfasst ca.
750 Studierende im Hauptfach.
Auf die Basis einer gründlichen Sprachausbildung in
Deutsch, die über 6 Semester Pflicht ist, kann
verschiedenen Interessen in fakultativen Veranstaltungen
nachgegangen werden, ab dem dritten Semester auch in
obligatorischen Proseminaren und später in Seminaren in den
Richtungen Sprache/Literatur – Philosophie/Kunst –
Geschichte/Gesellschaft.
Die Studierenden werden unterrichtet von 54 Fachkräften (24
Professoren und 30 Lehrbeauftragten), dabei sind 16
Muttersprachler des Deutschen.
Die Sprachausbildung orientiert sich am
Europäischen Referenzrahmen und hat zum Ziel, nach dem
sechsten Semester eine B1-Niveau Prüfung bestehen zu
können.
Die Studierenden können hierzu eine Zertifikatsprüfung des
Goethe-Instituts, eine Prüfung des Zertifikats Deutsch in
Japan (http://www.dokken.or.jp) oder des
TestDaF ablegen. Es gibt für alle
Prüfungen an der Dokkyo Vorbereitungskurse des Dokkyo
Fremdsprachen-Forschungs-Instituts und des
Goethe-Instituts.
Das Goethe-Institut Tokyo hat an der
Dokkyo eine „Zweigstelle“, hier findet der Unterricht
gemeinsam mit Lernern aus allen Gesellschaftskreisen
statt.
Die Abteilung für Deutsche Sprache und Kultur der Dokkyo
Universität ist lizensiertes Zentrum für die
TestDaF-Prüfungen, das einzige an einer Universität in
Japan.
Der Unterricht zum wissenschaftlich
vermittelten kulturellen Hintergrund versteht sich als
Unterricht über die deutschsprachigen Länder innerhalb der
EU mit all seinen eigenständigen kulturellen Facetten.
Hierfür stehen die Wissenschaftler der deutschen Abteilung,
die spezialisiert sind in Philologie, Linguistik, DaF,
Musik, Bildender Kunst, Geschichte, Ökonomie, Politologie,
Sozialwissenschaften, Didaktik, usw., und interdisziplinär
und harmonisch in der Abteilung für Deutsche Sprache und
Kultur zusammenarbeiten.
Die Ergebnisse der Arbeit werden in vielen Vorträgen,
Symposien, Radio- und Fernsehsendungen und anderen
Veranstaltungen auch an die interessierte Öffentlichkeit
getragen.
Ein Internationaler Austausch findet über
Gastwissenschaftler, Symposien und Tagungen, Konzerte, vor
allem aber über die große Zahl der Studenten statt, die mit
Unterstützung der Dokkyo Universität in deutschsprachige
Länder fahren und von dort kommen. Besonders die
einjährigen Aufenthalte über Partnerverträge mit den
Universitäten Duisburg-Essen, Münster, Marburg, Wien Hochschule Bremen und Basel, aber auch der Aufenthalt an
frei gewählten anderen Universitäten spielen hier eine
große Rolle. Beispielhaft erwähnt werden sollten auch
die speziellen „Schnupperkurse“ für Dokkyo-Studenten an
deutschen Goethe-Instituten (mit Familienaufenthalt) im
März für Studierende nach dem zweiten Semester, seit
über 20 Jahren die ca. 5wöchigen Sommer-Kurzaufenthalte
(in deutschen Familien) an der Universität Duisburg, die
6wöchigen Firmen-Praktika in Dortmund über die
intercultural academy der Auslandsgesellschaft
Deutschland e.V., andererseits auch die Aufnahme von
zahlreichen Studenten und Praktikanten aus
deutschsprachigen Ländern.